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Die denkmalgeschützte Fabrikantenvilla ist eines der wichtigsten als Gesamtkunstwerk konzipierten und erhaltenen Bauwerke des Architekten, Gestalters und Theoretikers Henry van de Velde.

Der von der Malerei kommende Belgier widmete sich ab 1892 zunehmend der Gestaltung von Möbeln, Textilien, Tapeten, Lampen Keramik, Porzellan, Silber, Schmuck und Büchern, später auch von Eisenbahnwagen und Schiffen („Vater des Design“). Unter anderem in Weimar, Gera und Chemnitz entstanden mehrere von ihm entworfene Wohnhäuser samt Inneneinrichtung und Außenanlagen.

Van de Velde war Gründer der Kunstgewerbeschule in Weimar, dem späteren Bauhaus und künstlerischer Berater von Thüringer Handwerksbetrieben.

Haus Schulenburg wurde 1913/14 für den Textilfabrikanten, Orchideenzüchter und Kunstsammler Paul Schulenburg erbaut und nimmt viele Gestaltungselemente des Bauhauses und des Art Deco vorweg. Das Gebäude war bis zum Ende des 2. Weltkrieges im Besitz der Familie Schulenburg. Nach dem Krieg erfolgte eine Umnutzung des Hauses zur Medizinischen Fachschule. Der damit verbundene Einbau von Hörsälen und Büroräumen, aber bereits der Umbau des Hauses 1937 durch 2 der schulenburgschen Kinder hatte erhebliche und respektlose Eingriffe in die Raumstruktur zur Folge.

Seit 1996 befindet sich das gesamte Ensemble wieder in Privatbesitz und wird seitdem aufwändig restauriert. Ziel der Restaurierung ist es, den ursprünglichen und originalen Zustand von 1914 wieder herzustellen.

Nebengebäude, Innenhof, die Gartenanlage mit Brunnen, Pergola und Bepflanzung, aber auch die Außenansicht und der historisch dokumentierte Teil der Innenräume des Hauptgebäudes sind bereits originalgetreu restauriert. Einige der Original-Möbel aus den Salons im Erdgeschoss konnten zurück erworben werden und ergänzen weiter das Gesamtbild beim Streben nach Originalität.

Die anderen Räume werden nach und nach fertig gestellt. Dabei wird auch hier, wie im gesamten Komplex, höchstes Augenmerk auf Originalität, Detailtreue sowie der Erhaltung historischer Substanz gerichtet.

 Im Keller des Hauptgebäudes befindet sich ein Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum mit 60 bis 70 Plätzen. Hier finden Auftritte des Geraer Kabaretts “Wirsing” und Gastspiele anderer Künstler statt.

Durch den Erwerb des ca. 4.000 m² großen Nachbargrundstück und nach Abriss eines dort stehenden 50er-Jahre Baus soll die schulenburgsche Parkanlage mit Wegen, Bepflanzung und Brunnenkaskade teilweise wieder hergestellt werden.

Haus Schulenburg beherbergt ein Privatmuseum mit einer weltweit bedeutenden Sammlung von Buchgestaltungen van de Veldes, weiterhin mit Plänen, Möbeln, Textilien und Veröffentlichungen des Künstlers sowie aus seinem geistigen Umfeld. Daneben gibt es Ausstellungen von Gegenwartskunst, Kunst um 1900, Kleinkunstangebote, Open Air–Veranstaltungen und eine Cafeteria.