14.10.2018 bis 15.01.2020

Thilo Schoder (1888-1979) gehörte zu den erfolgreichsten Architekten des Neuen Bauens in Thüringen. Anfang 1933 kehrte er nicht mehr aus dem Weihnachtsurlaub in Norwegen nach Deutschland zurück. Schon längere Zeit erhielt er keine Aufträge mehr. Seine wirtschaftliche Lage war so bedrückend, dass er sein Büro in Gera schließen musste.

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In Deutschland habe ich leider den Eindruck gewinnen müssen, dass es in absehbarer Zukunft vorbei ist mit der modernen Architektur. In der Deutschen Allgemeinen Zeitung habe ich gelesen, dass der Antrag gestellt worden ist, ein Gesetz zu erlassen, wonach das flache Dach als orientalisch und nicht in die deutsche Landschaft passend verboten werden soll“, schreibt Schoder an Henry van de Velde. In Norwegen sah er sich als heimatlosen Wanderer, der von vorn beginnen musste. Nachdem er eine Arbeitserlaubnis bekam, schuf er Einfamilien- und Geschäftshäuser, Wohnanlagen und Schulen in mehreren Städten. Briefe, Dokumente und der bis in die 1950er Jahre anhaltende freundschaftlich-künstlerische Briefwechsel mit seinem Lehrer Henry van de Velde zeigt die Situation von Schoder in seiner Wahlheimat Norwegen. Fotograf Jean Molitor hat seine Wirkungsstätten aufgesucht und den heutigen Zustand der Bauten dokumentiert. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Eisdiele Kristiansand / Norwegen